"65. P. alpina L. (Alpen-R.)
Wurzel faserig, Rasen ohne Ausläufer bildend; Halme aufrecht, glatt, kahl, an der Basis durch Umhüllung mit weissen, trockenen Blattscheiden oft etwas dicker, aber nicht zwiebelig aufgetrieben; Blätter alle flach, lineallanzettlich oder lineal, das oberste Halmblatt meist etwas kürzer als seine Scheide, alle sammt Blattscheiden kahl, gras- oder meergrün; Blattscheiden stielrund, Blatthäutchen länglich, an den untersten Blättern abgestutzt, an den oberen spitz; Rispe eilänglich, gedrungen, zur Blüthezeit pyramidal, aufrecht oder mit der Spitze nickend; Rispenäste einzeln oder gepaart, glatt oder rauh. Aehrchen eiförmig, 2—3''' lang, grün, zuweilen violettgescheckt, 3—6blüthig, oft in blattige Knospen auswachsend (P. alpina ß vivipara L .) Spelzen am Rande und auf dem Rücken dicht flaumig, an der Basis aber frei, oder nur durch spärliche Haare zusammenhängend.
Mai — Sept.
Aendert ab:
- α collina. Neilr. (P. collina Host. — P. badensis Haenke. — P. cenisia Reichb. ic. non aliorum.) Halme steif, 4"— 1' hoch, sammt den Blätterbüscheln in gemeinschaftliche trockene Scheiden eingeschlossen und dadurch an der Basis dicker, aber nicht zwiebelig, sammt Blättern und Blattscheiden duftig grün; Blätter lineallanzettlich,
kurz, steif, fast knorpelig berandet, Rispe aufrecht, 1 — 2 " lang, sehr gedrungen, reichblüthig; Aehrchen glänzend, weisslich oder gelblichgrün.
Mai — Juni.
- β genuina. Neilr. (P. alpina Flor, dan.) Halme steif, 4 "—1' hoch, an der Basis durch Scheiden etwas verdickt, aber nicht zwiebelig, sammt Blättern und Blattscheiden grasgrün; Blätter lineal, weich, nicht knorpelig berandet, Rispe mit der Spitze überneigend, 1—2" lang, locker, reichblüthig; Aehrchen glänzend, grün und violett gescheckt, oft in blattige Knospen auswachsend.
Juni — Sept.
- γ supina. Neilr. (P. minor Gaud. — P. supina Panzer non Schrad.) Halme schlaff, 2—6" hoch, fast haarfein, meist einzeln, oder nur wenige aus einem Wurzelstocke; an der Basis nicht verdickt, sammt Blättern und Blattscheiden grasgrün, meist violett angelaufen, weich; Rispe mit der Spitze überhängend, schlaff, 0,25 — 1" lang, locker, armblüthig. Aehrchen 2—3''' lang, glänzend sattgrün und dunkelviolett gescheckt, oft in blattige Knospen auswachsend; Rispenäste haarfein.
- α Hügelform der Alpenthäler, auf Kalkgeschiebe der Alpenbäche und auf Kalkconglomerat, im Mollner -, Stoder -, Grünauerthale in die Voralpen aufsteigend. Auf Kies des Stiegelbaches beim Aufstieg vom Hopfingthale in die Feuchtaueralpe; längs der Steyerling am Wege zum Innerstoder, in der unteren Krummholzregion des Kasberg (v. Mor). In der Kamp am Fusse des Traunsteines u. s. w.
- β Voralpen- und Alpenwiesenform, auf Triften sämmtlicher Dachsteinkalkalpen um Windischgarsten, Stoder, Spital und im Salzkammergute, ganze Strecken besonders auf der Südseite überziehend, den Bergsteigern durch die Glätte der vertrockneten Halme im Spätsommer und im Herbste lästig. Auf der Gradalpe (Grestnerkalk) meist mit üppigsprossenden Aehrchen (forma vivipara). Ist auch am Kremsursprunge in der Krems, dann im Kaiblingbache und auf Dilluvialkalkblöcken im Preiseggergraben angesiedelt (Schiedermeyr).
- γ Hochalpenform, bis 7000' aufsteigend. Am Plateau des hohen Nocks, an der Klinserscharte und am hohen Priel, am Rande des Karlseisfeldes, am Dachsteingebirge, am Feuerkogel des Höllengebirges."
|